fbpx

Schlagweiten im Golf

Ich werde als Trainer ständig gefragt, “wie weit sollte ich mein Eisen 7 denn schlagen?”. Darauf gibt es eine einfache Antwort – so weit wie möglich. Schlagweite ist ein Perfomance-entscheidender Faktor, nur sollte man diesen in Relation zur Spielstärke setzen. Deshalb bekommst du hier Schlagweiten in der Tabelle in Relation zu einem Handicap angezeigt. Überprüfe, wo du gegen deine Mitstreiter in deinem Handicapbereich stehst und finde heraus, wie du dich schlägst.

Beim Golf kommt es bekanntlich darauf an, wer mit den wenigsten Schlägen im Loch ist, nicht wer den Ball am weitesten schlagen kann. Und damit du das Maximum herausholen kannst, gibt es zu diesem Thema noch einen Profi-Tipp für Damen sowie Herren.

Wenn du deinen Ball deutlich weiter schlagen solltest als der Rest deiner Handicap-Klasse, dann wäre ein Besuch auf dem Putting, Chipping & Pitching Grün angebracht. Denn auch wenn die Schlagweite ein Performance-entscheidender Faktor ist, er bleibt nicht der Einzige. Ganz nach der gerne zitierte Floskel “Driving for show, putting for dough”.

Schlagweiten Tabelle Damen

Ganz nach dem Motto “Ladies first” starten wir mit den Schlagweiten der Damen. Die Tabelle ist auf verschiedene Handicaps aufgeteilt und gibt Aufschluss darüber, wo du dich mit deinen Schlagweiten befindest. 

Schlagweiten Tabelle Damen
“n/a” gibt an, dass der Schläger in der entsprechenden Schlagweitenkategorie keinen Sinn macht – er lässt den Ball nicht weiter fliegen, da die Ballgeschwindigkeit nicht ausreicht um den Ball auf die nötige Flughöhe zu bekommen.

Tipp für Damen

Aufgrund der physischen Gegebenheiten schlagen Damen ihren Ball nicht so weit, wie die Herren. Das bringt aber nicht nur Nachteile mit sich. Denn fliegt der Ball nicht ganz so weit, dann fliegt er auch nicht so weit aus der Richtung. Schon alleine deshalb wirst du mehr Zeit darauf verwenden, die Bälle deiner männlichen Spielpartner im Rough zu suchen, als deine Eigenen. Gut so! Nutze diesen Umstand und arbeite an deinen Fairwayschlägen mit den Hölzern. So kannst auch du die verlorene Länge wieder wett machen! 

Benutze hierfür Hölzer mit hohen Lofts. So macht beispielsweise ein Holz 11 durchaus Sinn, solltest du dich mit deiner Schlagweite unter der Handicap -36 Region befinden.

Holz 11? Was ist das denn? 

Dieser Schläger ist mit extra viel Loft ausgestattet. Und entgegen der öffentlichen Meinung, dass ein Schläger mit wenig Loft weiter fliegt, liegt die Wahrheit im relativen Abflugwinkel des Balls zur Ballgeschwindigkeit. Je mehr Loft ein Schläger hat, desto verzeihender wird er! Du wirst ihn lieben. 

Beispiel Wasserschlauch: 

Wenn du deinen Gartenschlauch benutzt um deine Blumen zu gießen, dann kannst du folgendes erkennen. Je nachdem, wie stark du das Wasser aufdrehst, musst du den Schlauch mit der Öffnung mehr, oder eben weniger stark nach oben neigen, um die maximale Sprühweite zu erreichen.

Mensch mit Gartenschlauch
Je höher der Druck des Wasserstrahls ist, desto geringer muss er geneigt werden. Die klassischen Hölzer (3 & 5) haben sehr wenig Neigungswinkel, demnach braucht man eine entsprechende Ballgeschwindigkeit, um nicht “vor sich auf den Boden zu sprühen”.

Bei Schlagweiten mit dem Driver von unter 100m, lohnt sich als längster Fairwayschläger ein Holz 11. LL-Schaft mit möglichst wenig Gewicht (ca. 40g)

Bei Schlagweiten mit dem Driver von ca. 100m, lohnt sich als längster Fairwayschläger ein Holz 9. LL-Schaft mit möglichst wenig Gewicht (ca. 40g)

Bei Schlagweiten mit dem Driver von unter 130m, lohnt sich als längster Fairwayschläger ein Holz 7. L-Schaft mit wenig Gewicht (40-50g)

Erst bei Schlagweiten mit dem Driver von ca. 130m, lohnt sich als längster Fairwayschläger ein Holz 5. L-Schaft mit wenig Gewicht (50g)

Und nur für wenige Damen interessant, bei Schlagweiten mit dem Driver von mindestens 170m, lohnt sich als längster Fairwayschläger ein Holz 3. (Fitting macht Sinn)

Damen sollten mehr Hölzer in die Tasche stecken, als die Herren des Golfsports. Oftmals lohnt sich eine Kombination aus 3 Hölzern, angefangen mit dem entsprechenden Holz von oben. Dort stehen die Anhaltspunkte, mit welcher Geschwindigkeit, weniger Loft keinen Sinn mehr macht. 

Beispiel: Du schlägst den Ball mit deinem Driver 100m. Dann kannst du von Holz 9 aufwärts gehen (in diesem Fall, Holz 9 & 11). Schlägst du deinen Driver in der Gesamtdistanz 120m, dann lohnt sich eine Kombination aus Holz 7,9 & 11. Und schlägst du ihn mindestens 170m, dann packe dir ein Holz 3,5 & 7 ein. 


Hier findest du meine Favoriten an Damen Hölzern mit viel Loft!

Schlagweiten Tabelle Herren

Die Herren der Schöpfung schlagen die Bälle etwas weiter. Aber dafür auch weiter aus der Richtung. Auch hier findest du einen Überblick über die Schlagweiten in verschiedenen Handicapklassen. Wo findest du dich wieder?

Schlagweiten Tabelle Herren
“n/a” gibt an, dass der Schläger in der entsprechenden Schlagweitenkategorie keinen Sinn macht – er lässt den Ball nicht weiter fliegen, da die Ballgeschwindigkeit nicht ausreicht um den Ball auf die nötige Flughöhe zu bekommen. Siehe die Grafik zum Gartenschlauch, weiter oben.

Tipp für Herren

Der erhöhte Testosteronspiegel des Mannes führt nicht nur zu längeren Schlagweiten, sondern auch zur gnadenlosen Selbstüberschätzung der eigenen Schlagweiten. Während die Damen da etwas realistischer sind, schlägt jeder dritte, männliche Golfer den Ball angeblich 300m weit. Dies führt zur falschen Wahl des Equipments und viel zu oft haben die Herren nicht geeignete Schläger – vor allem beim Driver.  Je höher die Geschwindigkeit ist, desto sorgfältiger sollte das Equipment ausgewählt und gefittet sein. 

Somit mein Tipp, geht zu eurem Pro und lasst eure Schlagweite und Schlägerkopfgeschwindigkeit messen. Denn Stiff-Schäfte sind nicht automatisch besser und 9° Loft fliegt nicht automatisch weiter als 11° am Driver. 

Ganz wichtig: Damit die Bälle auch mehr in der Mitte der Bahn landen, wäre der Fokus auf ein mittiges Treffen des Schlägers sehr von Vorteil. Und wie man so etwas überprüfen kann?


Kaufe dir Impact Tapes! Diese findest du hier.

Impact Tapes machen den Treffpunkt auf dem Schläger sichtbar und so kannst du daran arbeiten, den Ball mittig auf dem Schlägerblatt zu treffen. Ein “Off-Center-Hit” zieht bei höheren Geschwindigkeiten ungeahnte Konsequenzen nach sich. So kurvt der Ball an der Spitze des Schlägers getroffen, nach links. An der Hacke des Schlägers nahe des Schafts getroffen, kurvt er nach rechts. 

Hier die Challenge: 

Besorge dir Impact Tapes und versuche abwechselnd den Ball – mit voller Absicht – an der Hacke und der Spitze des Schlägers zu treffen. Überprüfe den Treffpunkt und beobachte den Ballflug aufmerksam. Wenn du dann die Kompetenz entwickelt hast, den Ball an einem gewünschten Punkt des Schlägers zu treffen, wird es auch deutlich einfacher kontinuierlich in der Mitte zu treffen! 

Schaffst du es 10 mal nacheinander den Ball im Wechsel an Spitze und Hacke zu treffen? Dann hinterlasse mir einen Kommentar, ich bin gespannt! 

Auszug aus dem PROJECT GOLFR Onlinekurs
Auszug aus dem PROJECT GOLFR Onlinekurs zum Thema Treffmoment. Anm.: Alle Begriffe wurden zu diesem Zeitpunkt schon erklärt.

Lesenswert: Die moderne Platzreife – Onlinekurs von PROJECT GOLFR

Fazit

Neben der tatsächlichen Schlagweite gibt es natürlich auch andere Performance entscheidende Faktoren. Du kannst mit dem perfekten Schlag auch über das Ziel hinausschießen, solltest du nicht wissen wie weit es überhaupt bis zur Fahne ist. Während die Profis noch mit Yardage Büchern und dem Abschreiten von Entfernungen leben müssen, können wir uns einfach auf einen Laser oder eine GPS Uhr berufen. Aber welche dieser Technologien ist das Richtige für dich? 

Zum Glück haben wir auch hierfür die richtigen Tipps für dich. In unserem Artikel behandeln wir die Vor- und Nachteile beider Technologien, damit auch du weißt, was du dir zulegen solltest!  

Steffen Kefer Golfprofessional

Über den Autor:

Steffen Kefer ist PGA-Golfprofessional und leitete die PROject GOLFacademy im GC Bad Wörishofen e.V. Er publiziert regelmäßig Trainingsartikel im Deutschen Golf Journal und schreibt Schwungstudien für das Golfpunk Magazin.

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

%d bloggers like this: